Meine Reise Teil 1

Andamanen 4.-14.April 38°C

Angefangen haben Carina und ich unsere Reise mit 10 entspannten Tagen am Strand mit Blick auf die türkisene & kristallklare Andamanensee. Nach 8 Monaten Arbeit hatten wir das Bedürfnis erst etwas zu entspannen, bevor wir uns in das laute, volle und bunte Indien stürzen. So suchten wir uns dieses extravagante Urlaubsziel aus, wo wir auch meinen Geburtstag verbrachten und zur Feier des Tages einen Tauchkurs machten. Die Unterwasserwelt war sehr beeindruckend und wir fanden unter anderem sogar Nemo.

Mumbai 21.-24. April 35°C

Für mich ging es danach weiter nach Mumbai. Mumbai ist die wichtigste Hafenstadt Indiens und liegt auf einem schmalen Landstreifen, der ins arabische Meer hineinragt. Mir hat die Stadt sehr gut gefallen, da es viel zu sehen gab. Von wunderschönen britisch inspirierten Gebäuden, Museen, Universitäten und Gerichtsgebäuden über Grünanlagen, riesigen open Air Waschsalons mitten in der Stadt, dem Marine Drive, den teuersten Hotels Indiens bis zum Gateway of India. Da Mumbai sehr teuer ist  war ich froh, dass ich eine Familie auf couchsurfing fand, bei der ich 3 Tage bleiben konnte, die sich sehr lieb um mich kümmerte und mir mit vielen Ratschlägen eine wunderschöne Zeit in Mumbai bereiteten.

Ahmedabad 25.-26. April 38°C Zwischenstopp, bei dem ich nur bei meiner couchsurfering geschlafen habe.

Udaipur 27.-28. April 42°C

Mein nächster Stopp war Udaipur im Bundesstaat Rajasthan. Eine Stadt umgeben von 12 Seen und wunderschöner hügeliger Landschaft. Auf einem der Seen machte ich zum Sonnenuntergang eine Bootstour, welche wunderschön war und die Skyline der Stadt in ein wundervolles Licht tauchte. Unter anderem besuchte ich ein Vintage-Car Museum und ein nachgestelltes Dorf mit Häusern aus verschieden Bundesstaaten Indiens plus Museen mit diversen Küchenutensilien und Musikinstrumenten.

 

Jaipur 29.4.-1.Mai 42°C

Auch pink city genannt, da 1876 aufgrund des Besuches von Kronprinz Albert Eduard, Prince of Wales in der Altstadt alle Häuser pink (die Farbe der Gastfreundschaft in Rajasthan) gestrichen wurden. Hier besuchte ich eine kleine Textilfabrik, wo man mir den Druck von Bedsheets zeigte, besuchte mit der Frau bei der ich für die Tage unterkam und ihren Freunden zusammen eine Elefantenfarm und das riesige und schöne Fort Amber.

Agra 2.Mai 44°C

In Agra kam ich mit dem Ordinarybus morgens um 4 am Busbahnhof an. Zufälligerweise kam ein Freund von mir zur selben Zeit an und da er den Taj Mahal schon gesehen hatte und erstmal schlafen wollte, konnte ich mein Gepäck abstellen und mich direkt auf zum Taj Mahal machen. So früh morgens war echt noch nichts los und auch die Hitze hielt sich noch in Grenzen. Leider steckten 2 der 4 Türme in Gerüsten, da gerade Reinigungsarbeiten stattfinden, trotz allem war ist es ein sehr beeindruckendes Gebäude.

Abschlussbericht

Chantal Freund

Indien weltwärts

Makkala Mane

Abschlussbericht

 

„Und wie wars?“, „Erzähl mal schnell.“, „Bist sicher froh wieder hier zu sein oder?“. Erwartende Augenpaare schauen dich an, hoffen auf DIE krasse Story aus dem soweit entferntem Land, wollen hören, wie sehr ich mich freue wieder hier zu sein und möchten am liebsten alles in einer zweiminütigen Zusammenfassung erfahren. Doch wie soll ich ein komplettes Jahr mit 525600 großartigen, traurigen, schönen, glücklichen, frustrierenden und wundervollen Minuten auf 2 klitzekleine, oberflächliche komprimieren?

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Anfangszeit. Wir hatten keine Ahnung, was wir machen dürfen, können und sollen, die Kinder waren uns fremd, ich fühlte mich ausgepowert und energielos, die Sprache war uns ein Rätsel und auch religiöse und kulturelle Traditionen waren für mich teilweise unbekannte und unverständliche Handlungen.

Mittlerweile weiß ich, wen ich anrufen kann, wo ich hinfahren muss, wer mir hilft, was wichtig für die Schule und für ein reibungsloses Zusammenleben im Kinderheim ist. Ich habe herausgefunden, wie der Tagesablauf am besten funktioniert und was dafür notwendig ist. Ich habe gelernt, wie ich die Mädchen am besten motiviere oder ihnen etwas Wichtiges mitteile. Ich kenne die Mädchen, weiß was ihnen gefällt oder nicht gefällt, was sie bewegt, sehe, wenn es ihnen schlecht geht und habe mit jedem Kind eine einzigartige wundervolle Beziehung aufgebaut.

Doch das war nur möglich, da wir als Volunteers sehr viel Verantwortung tragen. Wir begleiten die Mädchen von morgens bis abends, wecken sie auf und bringen sie ins Bett. Lernen mit ihnen, machen Hausaufgaben und freuen uns mit ihnen über gute Noten. Bei Krankheiten sind wir diejenigen, die sich um sie kümmern, sei es nur Wasser kochen für die Wärmflasche oder Pfefferminzcreme auf der Stirn einmassieren bei Kopfschmerzen.

Das festangestellte Personal im Kinderheim besteht aus einer Köchin und einer Warden, die so wie die Kinder und wir im Kinderheim leben. Eine zweite Warden, die tagsüber vorbeischaut, unterstützt in der studytime und sollte eigentlich administratorische Aufgaben übernehmen. Der Gründer und Chef wohnt drei Stunden entfernt und schaut nur sehr selten vorbei. Dadurch fühlt sich im Kinderheim keiner so richtig verantwortlich und als Oberhaupt des Hauses. Viele Sachen sind ungeklärt, weiß keiner oder liegen nicht in deren Aufgabenbereich und der Chef wohnt so weit entfernt, dass er keine Ahnung hat, was wirklich abgeht. Ich bezweifle, dass er alle Namen der Mädchen kennt.

So kommt es, dass wir Volunteers sehr viele Freiheiten haben, da wir im Haus selber keinen Chef haben und sogar die Angestellten uns oft fragen was zu tun ist, oder wie wir Probleme lösen.

Deshalb hatten wir Volunteers immer etwas tun und bestimmten und regelten den Tagesablauf im Makkala Mane. Wir führten neue Regeln für die Kinder ein, legten die Zeiten für das Aufstehen, die studytime und das Essen fest, schauten, dass sie eingehalten wurden und planten die Wochenenden mit Bastelaktionen, Spielen oder Ausflügen in den Park. Außerdem hatten wir die Möglichkeit die Räume nach unseren Wünschen zu benutzen, zum Beispiel die unbenutzte dining hall und das office wurden zu studyräumen der Mädchen und gestalten diese dementsprechend mit lehrreichen Karten an den Wänden.

Das Schöne daran ist, dass wir es nicht machen mussten. Die Kinder freuen sich nach schönen Veränderungen, die Köchin ist dankbar, wenn die Kinder pünktlich beim Essen sitzen, aber wenn wir uns nicht darum kümmern, beschwert sich auch keiner. Die einzigen die uns Druck machten sind wir selber. Unsere seitenlangen to-do Listen warteten darauf erledigt zu  werden und mit jedem Wochenende, dass wir mit den Kindern verbrachten, hatten wir eine Woche weniger Zeit die Liste abzuarbeiten und Zeit mit unseren Mädchen zu verbringen.

Ich bin sehr froh, in diesem Jahr nicht alleine gewesen zu sein. Wir konnten alles zusammen erledigen, uns neue Ideen ausdenken, uns austauschen, zu zweit als Team vor den Mädchen stehen, in schwierigen Situationen war man nicht alleine und nach gelungen Aktionen konnten wir uns gemeinsam über die schönen Momente freuen. Alleine hätte man auf Dauer keine Kraft, sich bei 15 Mädchen Verhör zu schaffen, in Streits durchzugreifen oder auch einfach kleine Dinge zu organisieren, wenn gleichzeitig die Rufe nach Seife, Shampoo und Aufmerksamkeit erhöht werden wollen.

Im Nachhinein bin ich sehr zufrieden mit dem Jahr und dem was wir geschafft haben. Wir konnten einen kompletten Personalwechsel in die Wege leiten und miterleben, konnten den braunen Garten in ein grünes Paradies mit Hängematte und Bambushecke verwandeln und einen kleinen Gemüsegarten anlegen, der mittlerweile sogar schon genutzt wird. Und auch viele Kleinigkeiten, die wir immer wieder gesagt haben, wie: „putzt eure Zähne auch abends“, „bildet bitte einen korrekten englischen Satz mit Bitte und Danke“, fanden mit der Zeit Anklang.

Ich kann nicht sagen, dass das Jahr so verlaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe, da ich keine wirklichen Vorstellungen hatte. Aber ich kann sagen, dass ich sehr sehr glücklich bin dieses Jahr erlebt haben zu dürfen. Ich habe die Mädchen ins Herz geschlossen, mehr als ich mir je hätte vorstellen können, mit meiner Mitfreiwilligen verbindet mich dieses unglaubliche Jahr, welches kein anderer nachvollziehen kann, und ich habe tiefgehende Freundschaften geschlossen. Außerdem konnte ich viele verschieden Seiten von Indien entdecken und aus anfänglicher Skepsis entwickelte sich eine große Liebe für dieses Land und seine Kultur und das Gefühl immer mit offenen Armen empfangen zu werden, wenn ich zurückkehre.

Etwas, dass ich definitv vorhabe.

 

 

 

Hallo zusammen!

Lang lang ists her seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Und seitdem ist auch sehr, sehr viel passiert.

Ein Grund der langen Pause waren die großen Sommerferien, in denen die Mädchen nach Hause zu ihren Familien gefahren sind.  In diesen zwei Monaten hatten wir die großartige Gelegenheit durch Indien zu reisen, welche wir natürlich genutzt haben. (Ich versuche euch zeitnah von meiner Route und den Orten zu berichten)

Seit dem 1. Juni sind wir nun wieder zurück in Mysore, um die Kinder in den Start in das neue Schuljahr zu begleiten. Und das neue Jahr bringt auch viele Veränderungen mit sich.

Die letzten Monate hatten wir immer mal wieder mit den Festangestellten des Kinderheims zu kämpfen. Allen voran die Köchin die seit der Anfangszeit des Kinderheims hier arbeitet und deren Energie nach 11 Jahren nun endgültig erschöpft war. Streitereien zwischen ihr und den Kindern standen auf dem täglichen Tagesprogramm, die des Öfteren ausarteten und nicht selten in handgreiflichen Übergriffen endeten. Durch ihre ständigen Beschwerden über die nicht-helfenden Kinder, Müdigkeit und viel zu viel Arbeit breitete sich eine allgemeine schlechte Atmosphäre im Haus aus. Sie selber hat auch nicht selten anmerken lassen, dass sie keine Lust mehr hat und gehen möchte. Von unseren Vorfreiwilligen hatten wir erfahren, dass auch sie schon mit diesem Problem zu kämpfen hatten und nach einem Ersatz Ausschau gehalten hatten.  Leider kam es nicht zu einem Wechsel, trotz vieler vorgeschlagener Möglichkeiten.

Umso glücklicher sind wir, dass es nun endlich geklappt hat: Wir haben eine neue Köchin! Sie ist eine sehr ruhige Person, was sich sehr positiv auf die Stimmung im Heim auswirkt und trotzdem kann sie sich bei den Kindern durchsetzen. Wir sind begeistert!

Und von einer weiteren Veränderung können wir berichten! Auch der männliche Warden ist nun nach 11 Jahren in den Ruhestand gegangen und wurde von einer weiblichen Warden, Mutter von zwei Kindern, abgelöst. Sie kommt immer tagsüber vorbei, bringt viele Ideen mit und ist engagiert zusammen mit den Kindern etwas zu unternehmen, was wir bei ihrem Vorgänger vermisst hatten. Nicht nur die ungünstige Situation von einem männlichen Warden in einem reinen Mädchenkinderheim, sondern auch seine veralteten Ansichten in puncto Kindererziehung und ein nicht zärtlicher Umgang mit den Mädchen waren ein weiterer Punkt für die ungute Stimmung im Heim.

Und nicht nur bei den Angestellten gab es einen Wechsel, sondern auch bei den Mädchen. Von drei der großen Mädchen wussten wir, dass sie nicht mehr wiederkommen, da sie mit der Schule fertig waren und nun hoffentlich zur Universität gehen werden.

Sehr schockierend für uns war es jedoch zu hören, dass eines der kleinen Mädchen nicht zurückkommen wird. Ihr Vater wurde aus dem Gefängnis entlassen und möchte nun nicht, dass sie weiterhin zu uns kommt. Wir finden das sehr schade, denn gerade gegen Ende ist sie richtig aufgeblüht und  aus sich herausgekommen.

Umso schöner war es  vier neue, neugierige Gesichter zu entdecken, die sofort in die Gruppe der Mädchen aufgenommen wurden. Leider sprechen die vier Kleinen noch kein Wort Englisch und unser spärliches Kannada reicht leider nur für die Kommunikation der gröbsten Dinge aus, aber dafür kann man umso besser mit ihnen toben.

Ich freue mich sehr auf die letzten anderthalb Monate im Makkala Mane, bin sehr gespannt wie sich die Veränderungen auf die Atmosphäre im Heim auswirken und möchte noch gar nicht an den baldigen Abschied denken.

Außerdem möchte ich mich auch ganz herzlich für die großzügigen Spenden für unser Gartenprojekt (https://www.betterplace.org/de/projects/38528-aus-braun-mach-grun-spenden-sie-fur-gartenanlegung-in-indischem-kinderheim) bedanken und kann  glücklich berichten, dass der Garten in unserer Abwesenheit mächtig explodiert ist und nun endlich nicht mehr die Farbe braun dominiert! Vielen vielen Dank! Näheres folgt demnächst.

Liebe Grüße und bis bald!

 

3 von 4 der neuen Mädchen. Lustigerweise haben jeweils 2 den selben Namen.

 

 

Gartengestaltung Update 1

Liebe Verwandte, Freunde und Bekannte,

Wir, Chantal Freund und Carina Lange grüßen euch alle herzlich aus dem Makkala Mane in Indien, und hoffen, dass es euch allen im heimatlichen Deutschland gut geht und euch der kalte Winter nicht allzu sehr zu schaffen macht!

Solche kalten Temperaturen können wir uns hier gar nicht mehr vorstellen.

Bei uns in Mysore wird es jeden Tag heißer und trockener, der Sommer kommt. Die Temperaturen steigen weiter, bis auf 45 Grad und wir ächzen schon bei aktuellen 35 Grad, zumal wir um lange Ärmel und Hosenbeine nicht herumkommen.

Dieses „gute“ Wetter nutzen wir fast ausschließlich um im Garten des Mädchenkinderheims (14 Mädchen im Alter von 7-18 Jahren) herumzuwerkeln.

Manche haben sicherlich auf unseren Blogs (http://www.chantal-goes-india.de/
und https://carinaofftoindia.wordpress.com/) oder auf Facebook von diesem Groß Projekt gelesen. Euch, liebe Leser, die die diese Neuigkeiten noch nicht erreicht haben, wollen wir hiermit davon erzählen.

Nachdem wir in unseren ersten Monaten hier erst einmal herausfinden mussten, in wieweit wir Dinge hier selbst in die Hand nehmen und verändern dürfen, wagten wir uns vom Inneren des Hauses, indem wir einige Räume kinderfreundlicher gestaltet hatten, nach Draußen, an das wichtige äußere Erscheinungsbild des Makkala Mane – vernachlässigtes, wucherndes Gestrüpp, rund um ein Feld staubiger, unebener, roter Erde. Quer durch den „Garten“ hing zudem eine wenig dekorative Wäscheleine und natürlich (wo in Indien ist das nicht so?) tummelten sich Plastikverpackungen und die Reste kaputter Spielzeuge neben meterhohem Unkraut in den Beeten.

Offensichtlich ein Fleckchen Erde, um das sich noch nie jemand gerne gekümmert hatte und in dem sich auch keiner gerne aufhielt.
Wenn ich daran zurückdenke, wie ich das erste Mal das Grundstück betrat, erinnere ich mich daran, dass ich einfach über den Garten, durch den man zum Haus geht, hinweg sah und nach der Tour durch das Haus danach fragte, weil mir davon erzählt worden war. Mein Blick und der aller anderen fällt immer zuerst auf das Haus, was zweifellos ein Blickfang ist: Groß, schön, sauber und mit beeindruckender Ausstrahlung.

Dabei ist der Garten so groß, dass man ihn eigentlich gar nicht übersehen kann. Nur die Fläche und das Potential wurden nie richtig genutzt.
Genau wie das „Makkala Mane“ das „Haus der Kinder“ (aus Kannada ins Deutsche übersetzt) ist, sollte der Garten auch ein Garten für die Kinder werden.

Diesen Beschluss fassten wir Ende Dezember und nach Neujahr ging es los. Ab in die Gartenklamotten Gartengeräte in die Hand und…moment, welche Gartengeräte? Damit ging es schon los. Wo sind Spaten und Forke, eine Schere oder eine Harke? Nichts da. Wir behalfen uns mit einigen robusten Küchengeräten und fuhren am Tag drauf in die Stadt und besorgten Spaten und Forke.

Es war unglaublich mühsam, nun trotz der neuen Gartengeräte, den steinharten Boden aufzuhacken und für die Rasensaat aufzulockern. Zudem war viel Erde vom Wind weggeweht worden, sodass die mittige Fläche etwa 10 cm tiefer lag als die umliegenden Beete.
Von der Baustelle nebenan wurde uns die überschüssige, ausgegrabene Erde angeboten, die wir zum Ebnen dankbar annahmen. Leider stellte sich heraus, dass diese leider nicht so qualitativ hochwertig war, wie angepriesen, sondern voller Müll und (Ziegel-)Steinen. Wir hatten uns über sechs riesige Baggerschaufeln gefreut, doch nun war uns eher elendig zumute. Drei Wochen saßen wir daran, die Erde per Hand im Garten zu verteilen und soweit es ging auch mit der Unterstützung der Kinder von Steinen zu befreien. Irgendwann war es endlich geschafft. Wir ebneten die Fläche und säten die ersten Grassamen. Danach ließen wir den Rasen in spe in Ruhe und widmeten uns der Wucherung in den Beeten.
Wir entkrauteten, entmüllten, lockerten den Boden auf und wässerten ihn. Netterweise bekamen wir ein paar Pflanzen darunter sehr dekorative Palmen und eine Aloe Vera sowie jede Menge Kakteen von Freunden geschenkt, die wir direkt einpflanzten.

Diese Woche kam drei Tage verspätet unsere Bestellung aus der Gärtnerei an: 8 Bambuspflanzen für den Sichtschutz zur Straße hin und sechs dunkelgrüne Büsche, deren Namen uns leider unbekannt sind. Letztere machen sich sehr gut als Grenze und Sichtschutz von der Einfahrt. Das Einpflanzen dieser Pflanzen macht bisher die sichtbarste Veränderung aus und sprießt in den nächsten Wochen und Monaten hoffentlich fleißig.

Seit kurzem können wir nun auch die ersten kleinen Grashalme ausmachen, was uns sehr glücklich macht.
Nun fehlt noch die Anlegung unseres Gemüsebeets für unsere Köchin und ein bisschen Ernährungskunde für die Kinder. Dafür haben wir heute Kartoffeln zum Keimen, Karotten-, Gurken- und Spinatsamen gekauft. Lustige Mischung, was? Aber das wächst wirklich alles hier, hoffentlich auch bei uns!

Eine weitere Investition war ein Mangobaum, der morgen zusammen mit Papaya Bäumchen Nummer 2 (unsere Köchin hat in einem ihrer Wutanfälle unser geliebtes sprießendes Bäumchen Nummer 1 und Weihnachtsgeschenk an die Kinder abgebrochen) eingepflanzt wird.
Weitere Pläne sind ein Sandkasten, eine Schaukel zwischen unseren Palmen und ein Komposter.
Uns steht, wir ihr seht, noch einiges an Arbeit und Ausgaben bevor! Doch für unsere Mädchen, die sich schon jetzt an den kleinen Veränderungen erfreuen nehmen wir das gerne in Kauf und hoffen, dass ihr Lust habt einen kleinen Teil dazu beizutragen und uns und den Mädels damit eine große Freude zu bereiten. Kleine Euro Beiträge sind viele Rupien!

Noch ein paar weitere Informationen, auch zur Spende erhaltet ihr auf:

https://www.betterplace.org/de/projects/38528-aus-braun-mach-grun-spenden-sie-fur-gartenanlegung-in-indischem-kinderheim

Wir wären euch sehr dankbar und schicken gerne Fotos! Ein paar findet ihr auf unseren Blogs.

Viele sonnige Grüß aus Südindien schicken euch Chantal & Carina

 

 

 

 

 

 Dieser Blog wurde aus dem schönen Gechingen (-4,0ºC) gesendet.
 〈Administrator A.F.〉

 

Halbjahresbericht für ICJA

Hallo ihr Lieben

Da zur Zeit meine technischen Geräte (Handy und Laptop) keine regelmäßigen Blog-Beiträge zu lassen, hier ein Eintrag aus Gechingen!

Für meine Entsendeorganisation ICJA darf ich während meines Aufenthalt einige Berichte schreiben. Hier mein Halbjahresbericht.

Viel Spaß beim lesen.

Eure Chantal

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Chantal Freund

Indien weltwärts

Makkala Mane

Halbjahresbericht

 

„What to do? What not to do?“, so schallt es jeden Morgen aus unserer kleinen Musikbox, damit unsere Mädchen begleitet von lautstarker Kannada Musik aufwachen, aufstehen und mal wieder viel zu spät ins Bad gehen und ihren Hair style machen.

Diese Zeile aus dem Song beschreibt auch ziemlich gut meine Gedanken, die ich am Anfang meiner Arbeit hier im Kinderheim hatte. Was sind unsere Aufgaben, was dürfen wir, was sollen wir, was müssen wir tun und wo sollten wir uns am besten nicht einmischen. Diese Fragen ließen sich gar nicht so einfach beantworten, da wir keinerlei Einführung in unser Projekt bekamen. So dauerte es seine Zeit bis wir rausgefunden hatten, wie es in diesem Hause abläuft und wie wir uns zu verhalten haben, damit nicht nur die Kinder, sondern auch unsere Köchin und der Warden zufrieden sind.

Es stellte sich heraus, dass wir im Grunde alles machen sollen. Die Mädchen wecken, dafür sorgen, dass sie pünktlich zum Essen kommen, sie darauf aufmerksam machen, dass ihre „Duty“ noch nicht erledigt ist, Schmerzen und Probleme aller Art behandeln, mit ihnen für die anstehenden Examen lernen, natürlich die Freizeit bunt und abwechslungsreich zu gestalten und abends dafür sorgen, dass alle einigermaßen früh wieder im Bett liegen. Vor allem am Anfang gestaltete es sich sehr schwierig, all diese Punkte zu erfüllen, da die Kinder uns noch fremd waren, sie unsere Grenzen austesteten und ich eine 24-Stunden Arbeit, sieben Tage die Woche, nicht gewöhnt war. So fühlte ich mich oft ausgelaugt und ausgepowert. Einfach urlaubsreif.

Jetzt, wo schon mehr als die Hälfet der Zeit mit den Kindern vorbei ist, wünschte ich wir hätten noch mehr Zeit. Zurzeit fühle ich mich ein bisschen wie Meryl Streep in dem Lied „slipping through my fingers“  im Film Mamma Mia. Auf unserer anfänglich aufgestellten Ideenliste gibt es noch so viele Punkte, die noch nicht abgehackt sind und darauf warten umgesetzt zu werden. Zurzeit ganz oben auf unserer To-Do-Liste steht, den Garten in ein kleines Paradies für die Kinder zu verwandeln

(Wer mehr Informationen und uns unterstützten möchte klickt hier: www.betterplace.org/p38528).

Für die kommende Zeit haben wir uns neben kleinen Bastelaktionen, vorgenommen mit den Kindern Ostern zu feiern, Näh- und Computerkurse zu geben und regelmäßig Sport in ihren Alltag einzubinden.

Mittlerweile ist es einfacher geworden, nicht mehr ganz so anstrengend, da die Kinder uns kennen gelernt haben, respektieren und wissen wie meine Mitfreiwillige und ich an die Sachen herangehen. Ich habe mich nun daran gewöhnt jeden Tag mit den Kindern zu verbringen, für sie da zu sein und auch dem fünften Ruf nach „Tschantel, Tschanteeeel coome!“ nachzugehen. Außerdem können wir nun nach ein paar Diskussionen mit der Köchin und dem Warden, zusätzlich das ungenutzte Office und die Dining hall, abends für zwei Stunden als Study-Räume für die „big girls“ und „small girls“ benutzten. So haben wir nicht mehr einen unkonzentrierten Mädchenhaufen, der in der Hall aufeinander sitzt und unsere komplette Energie raubt, sondern schöne Räume zum Lernen geschaffen.

Leider hat sich die Motivation der Mädchen fürs Lernen nicht verbessert. Es ist jeden Abend wieder nervenaufreibend, bis endlich alle in ihren vorgesehenen Raum sitzen und anfangen ihre Hausaufgaben zu machen. Und dann, wenn sie endlich alle sitzen kann man nur hoffen, dass heute einer der guten Tage ist, an dem sie alle schreien „me first, me first“ und nicht einer der Tage, an denen man die Mädchen eine halbe Stunde lang motivieren muss und am Ende fünf gelöste Aufgaben herauskommen. Doch neben den guten und weniger guten Tagen gibt es auch noch die sehr guten Tage, an denen man nach einer neuen, schwierigeren, richtig gelösten und verstandenen Aufgabe, die Freude und die Lust auf mehr in den Augen sieht. So kann ich mit Stolz echte Verbesserungen der Kinder beim Lösen von Matheaufgaben und Englisch lesen feststellen.

Für mich ist es, auch jetzt nach einem halben Jahr, immer noch eine Herausforderung einen guten Mittelweg zwischen autoritären Volontär, respektierter Lehrerin, verständnisvollem Zuhörer, spaßiger großer Schwester und mir selbst, mit meinen eigenen Bedürfnissen und Wünschen zu finden. Seit einiger Zeit haben wir unser Zimmer komplett für die Mädchen gesperrt, was dazu führt, dass wir nun endlich einen eigenen kinderfreien Rückzugsort haben, den wir auch einfach abschließen können, wenn es uns dann doch mal zu viel wird.

Denn natürlich gibt es immer noch Streitereien mit den Mädchen, vor allem wenn es um die „Krankheiten“ am Morgen, nicht erledigte Putzaufgaben oder das abendliche Fernsehschauen geht. Inzwischen habe ich das Gefühl ein bisschen gelassener an viele Dinge heran zu gehen, da ich weiß, dass die Mädchen es machen werden und zu viel Druck ihre Motivation nicht fördert. Und die nicht so schönen Geschehnisse sind schnell wieder vergessen, wenn ich meinen Namen auf den mit den Mädchen gebastelten Steckbriefen in der Rubrik „things I like“ oder „brothers and sister“ finde.

Nicht nur an das Leben im Makkala Mane habe ich mich mittlerweile gewöhnt, sondern auch an einige Gewohnheiten im indischen Alltag. Dreimal am Tag Reis zu essen, im Supermarkt statt Rückgeld Bonbons zu bekommen, mit kaltem Wasser aus Eimern zu duschen, sowie meine Kleidung selber per Hand zu waschen, sind Dinge, die mittlerweile zur Normalität geworden sind. War es am Anfang noch unmöglich für mich aus Bechern oder Flaschen zu trinken ohne diese zu berühren, stellt dies nun kein Problem mehr dar. Die anfänglich unverständliche Angewohnheit mit den Klamotten des Tages zu schlafen, hat sich mittlerweile als ganz praktisch erwiesen. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt, dass bis zu vier Personen auf einem Roller sitzen und dass alles, aber auch wirklich alles auf diesen Fahrgeräten transportiert wird. Trotzdem bin ich jedes Mal erstaunt darüber, wie sie es schaffen, dass keiner von den 20 Plastikeimern verloren geht oder sie mit ihrer 4 m langen Leiter nirgends hängen bleiben.

Viele Sachen, über die ich mich am Anfang noch sehr aufgeregt habe, akzeptiere ich mittlerweile, auch wenn ich sie immer noch nicht verstehen kann. Wieso sagt man, dass man morgen auf jeden Fall kommt, um dann doch erst eine Woche später aufzutauchen? Diese Unzuverlässigkeit ist oft sehr nervenaufreibend, vor allem, wenn man planen möchte oder Dinge dringend benötigt. Ich habe auch festgestellt, wie sehr ich Smalltalk hasse. Immer wieder dieselben Fragen und dieselben Antworten. Die beliebteste ist „Outa eita?“ (Hast du schon gegessen?).

Wenn ich mit unserem Scooty durch die Straßen von Mysore fahre, die ich mittlerweile echt gut kenne und dabei weder auf Ampeln noch Schilder achte, so wie es hier alle tun, fühle ich mich zu Hause. Doch sobald man durch die Straßen läuft und gefragt wird, wo man herkommt ist dieses Gefühl schnell wieder verflogen. Trotzdem bin ich sehr froh hier zu sein, die warme Sonne genießen zu können und zumindest auf dem Weg zur Schule der kleinen Mädchen nicht mehr so angestarrt zu werden.

GOKARNA / NEW YEAR

Als der Zug einfährt starten wir ein inoffizielles Rennen gegen eine Gruppe muslimischer Frauen, die sich so schnell sie können auf die Ladiesbox (Zugabteil nur für Frauen) zu bewegen. Zum Glück konnten wir sie überholen und als erstes in das Zugabteil einsteigen, wo wir uns schnellstmöglich eine Gepäckablage sicherten. Gott sei Dank war nicht so viel los und wir konnten uns gemütlich einrichten. Naja, soweit das auf einer ca. 40 cm breiten, aus Holzlatten bestehenden, sich in 2 Metern Höhe befindenden Gepäckablage nun mal möglich ist.

Wir hätten natürlich auch für das dreifache das komfortablere Sleeperabteil buchen können, mit sicherem Sitz- bzw. Schlafplatz, aber 6€ statt 2€ waren uns dann doch zu viel. (Wir rechnen hier immer in Kekspackungen, die man hier für nicht mal 15 Cent bekommt. Klar warum wir uns für die billigere Variante entschieden haben?!)

Nach 15 Stunden zwischen neugierigen Indern, mit immer denselben Fragen; wunderschöner vorbeiziehender Landschaften; hungrig, trotz unzähliger Chai & Coffee und Samosa Verkäufer im Zug erreichten wir endlich unser Ziel – Gokarna.

Gokarna ist ein kleiner Ort an der südlichen Westküste Indiens, sehr beliebt bei Touristen wegen der vielen und schönen Strände rundherum, aber auch ein hinduistischer Wallfahrtsort. Hier soll angeblich die Gottheit Shiva aus dem Ohr einer Kuh gekommen sein, daher kommt auch der Name der übersetzt „Kuhohr“ bedeutet.

Insgesamt gibt es fünf Strände, umgeben von Kokospalmen und durch Hügelketten voneinander getrennt. Wir haben die 4 Nächte am Om-Beach, der kleinste der touristisch erschlossenen Strände, in kleinen Strohhütten direkt am Meer verbracht. Am Strand entlang befinden sich etliche Cafés, in denen zum Großteil westliches Essen angeboten wird. Direkt dahinter hat jedes Café seine eigenen kleinen Hütten, Häuschen und Hängematten. Zusammen mit circa 20 anderen Freiwilligen haben wir hier Silvester verbracht und die Auszeit vom stressigen Alltag genossen.

Tagsüber brutzelten wir in der Sonne, probierten die verschiedenen Juices aus, gingen schwimmen oder begutachteten die tollen indischen Tücher und Souvenirs in Gokarna. Die Nächte verbrachten wir zusammen am Strand, begutachteten die wunderschönen Sonnenuntergänge, machten ein Lagerfeuer und betrachteten den zauberhaften Nachthimmel, der mit abertausenden von Sternen überzogen war.

Um zu den zwei noch touristisch unerschlossenen Stränden, Half Moon & Paradise Beach, zu kommen, muss man sich entweder eine Weile durch Gestrüpp schlagen und über Steine und Berge klettern oder man wählt die bequemere, aber auch langweiligere Version und lässt sich mit einem Boot dorthin bringen. Man sollte auf jeden Fall genug zu trinken mitnehmen, da es an diesen zwei kleinen Stränden nichts weiter als Kokosnusspalmen, Sand und Salzwasser gibt. Haben wir aber beide Male irgendwie versäumt.

Das erste Mal wählten wir den Wander-/Kletterweg und machten uns schon um 6 Uhr morgens auf dem Weg, um der Mittagshitze und den anderen Menschen zu entkommen. Es war toll einen ganzen Strand nur für sich alleine zu haben und die Stille genießen zu können, die wir normalerweise in Mysore so gut wie nirgends finden können.

Das zweite Mal mieteten wir uns zusammen mit einem anderen Freiwilligen zwei Kajaks und machten uns gegen Mittag auf den Weg zum Paradise-Beach. Wir paddelten mit den Wellen mitten auf dem arabischen Meer, ließen uns treiben und sprangen von den Kajaks ins kühle Wasser, wenn es uns zu warm wurde. Dort angekommen brachten wir zwei indischen Männern bei wie man einen Handstand unter Wasser macht und sich auf dem Rücken treiben lässt. Total fasziniert davon freuten sie sich wie kleine Kinder, als sie es endlich schafften.

Auf dem Rückweg kamen wir leider etwas in Seenot, da die Wellen uns nun entgegen kamen und das eine Kajak, welches einen Riss in der Oberfläche hatte, voll Wasser lief. Durch schnelles Handeln unseres männlichen Begleiters konnten wir verhindern, dass das Kajak unterging und wurden daraufhin von einer Fähre, nachdem zwei andere winkend an uns vorbei gefahren waren, abgeschleppt. Zurück am heimischen Strand konnten wir gerade noch rechtzeitig unseren letzten Sonnenuntergang bestaunen und lachten bei verdientem Abendessen über unseren Kajakausflug.

Am nächsten Tag hieß es schon wieder Abschied nehmen und wir bereiteten uns erneut auf eine 15 Stunden lange Zugfahrt vor. Die Zeit vergeht aber viel schneller als man denkt, wenn man in den offenen Zugtüren sitzt, sich die wunderschönen, vorbeiziehenden Landschaften anschaut und die frische, warme Luft die noch salzigen Haare durcheinander wirbelt.

 

 

Fröhliche Weihnachten!

Hallo meine lieben Leser!

Ich wünsche euch nachträglich noch fröhliche Weihnachten. Ich hoffe, ihr habt alle schöne Feiertage mit euren Liebsten verbracht und die Weihnachtszeit genossen.

Auch wir haben Weihnachten gefeiert und versucht den Kindern zu zeigen, wie wir (ihr da drüben) Weihnachten feiert. Da hier in Indien so gut wie alle Feiertage sämtlicher Religionen berücksichtigt werden, hatten unsere Kinder am 24. und 25. Dezember keine Schule und wir konnten die Zeit nutzen. Anfang letzter Woche durften wir uns als „Weihnachtsgeschenk“ vom Sir (Gründer der NGO) einen Backofen aussuchen, weshalb wir am 24. morgens direkt mit unserer Plätzchenbackaktion beginnen konnten. Die Kinder hatten am meisten Spaß daran den Teig zu kneten, vor allem unsere Kleinste.

In der Mittagspause machten wir uns daran unseren Baum zu schmücken, für den wir am Wochenende davor Deko mit den Kids gebastelt hatten. Mit Salzteig formten die Kids Sterne, Herzen & Tannenbäume und mit Tapetenkleister stärkten wir Sterne, die wir über Nägel gespannt hatten.

Gegen 16 Uhr machten wir uns mit dem Bus und 9 der 13 Mädchen auf in die Stadt, um in die Kirche zu gehen. Leider konnten wir in keinem Gottesdienst teilhaben, aber die Kinder waren begeistert von der Größe und Dekoration der Kirche. Das Highlight des Tages war für mich, dass die Kinder, nachdem wir ihnen erklärt hatten warum so viele Menschen am Beichtstuhl (es waren sogar 4) anstehen, auch alle beichten gehen wollten und ihre Probleme erzählen wollten. So kam es, dass wir drei schöne Stunden in der Kirche verbrachten und für den Heimweg beschlossen nicht mit dem Bus zu fahren, sondern den schnelleren Weg zu wählen und eine Riksha zu nehmen. Wir quetschen uns also zu 12 in ein Gefährt, in dem normalerweise 2-3 Personen gemütlich sitzen können und beendeten so einen schönen Tag zusammengekuschelt mit Partymusik in einem viel zu kleinen Auto.

Der erste Weihnachtsfeiertag startete ähnlich wie der 24. – wir verarbeiteten den restlichen Teig und verzierten die fertigen Plätzchen. Sogar Shambaya, unser Warden fand Gefallen daran den Teig in schöne Formen zu schneiden. (Leider ist das Paket mit den Austecherchen verloren gegangen).

Um 15 Uhr starteten wir unseren Höhepunkt, den wir uns für die Weihnachtstage überlegt hatten. Eine Schnitzeljagd. Wir sendeten die Kinder zum Geschichtenhaus, wo sie die Weihnachtsgeschichte vorgelesen bekommen haben, zur Schule, wo sie Matheaufgaben lösen mussten, in den Park, in den Supermarkt, wo sie die verschiedensten Preise herausfinden mussten, ins Fitnessstudio, in dem sie die verschiedenste Fragen lösen mussten unteranderem ‚wie viele Schließfächer gibt es in der Umkleide?‘. Als allerletztes sendeten wir sie zum Tempelgelände, auf dem wir den ersten Schatz versteckt hatten –ein Tennisball mit Gesicht und Name für jedes Kind-  und von dort aus wieder nach Hause, wo ein beleuchteter Weihnachtsbaum Geschenken auf sie wartete. Wir waren sehr aufgeregt, wie das Spiel bei den Kindern ankommt, ob alle mitmachen oder ob jemand irgendwann zwischendurch aussteigt und keine Lust mehr hat. Umso glücklicher waren wir, als wir sie plötzlich, vieeeel früher als erwartet, auf dem Weg zum Tempel an unserem Fenster vorbeiRENNEN sahen. Dummerweise hatten wir den letzten Hinweis noch gar nicht beim Tempel versteckt, so mussten wir uns in Windeseile auf unseren Roller schwingen und dort hincruisen.

Wieder zu Hause, erzählten sie uns, was sie unterwegs alles erlebt hatten und dass es ihnen sehr gut gefallen hat. So gut, dass sie den kompletten Weg fast durchgerannt sind.

Im Anschluss daran starteten wir mit der Bescherung: für jedes Kind eine Kleinigkeit und für alle zusammen die Spiele Jenga und Twister, Plakate zum Lernen (lösten richtige Begeisterung aus), einen Papayabaum, und ein neues Carromboard (aus der Garage).

Beendet wurde der Abend mit dem Besuch den beiden Nachhilfelehrer und als Überraschung kamen doch noch zwei der Tanzlehrer vorbei, die eigentlich schon im Park hätten da sein wollen.

Wir verbrachten zwei sehr schöne Tage mit ganz viel Freude, Aufgeregtheit der Kinder („Was macht ihr da?“ „Wieso dürfen wir nicht rein kommen?“ – „Secret!!“), Spaß, Plätzchen und Gemeinsamkeit.

Heute Abend werden wir für ein paar Tage in den Urlaub fahren, um zusammen mit den anderen Freiwilligen Silvester zu verbringen.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und ganz liebe Grüße nach Deutschland!

PS: Bilder folgen nach dem Urlaub!

Postkartenbastelaktion

Auch schon ein paar Wochen her: zusammen mit den Kindern haben wir eine Postkartenbastelaktion gestartet.  Unsere Idee war es, die Kids die Vorderseite schön gestalten zu lassen, ein paar nette Worte zu schreiben und dass wir diese dann an ihre Eltern schicken. Leider löste diese Idee keine freudigen Luftsprünge aus, nicht mal kleine Hüpfer, die wir eigentlich erwartet hätten. Der Alltag der Mädchen ist sehr eintönig, keine Hobbys, nur Schule und Lernen. Gerade deswegen dachten wir sie würden sich mehr über so eine Aktion freuen. Einige bastelten dann aber nach ein paar Minuten Überredungskunst los, andere wiederum musste man den ganzen Tag immer mal wieder motivieren, bevor sie endlich loslegten oder gucken, dass ihre angefangene Karte nicht im Müll landet. Als die Mädchen dann loslegten, fanden sie Gott sei Dank doch Gefallen daran und es entstanden richtige (Glitzer-) Kunstwerke! Besonders bei Kavitha konnten wir ihre Begeisterung am Kreativen entdecken. Das was schön zu sehen!

Als wir am Montag dann doch 13 Postkarten zur Post bringen konnten, waren wir überglücklich und hoffen, dass sie auch in den teilweise kleinen Dörfern der Eltern ankamen!

Unser Zimmer ist fertig!

Okay eigentlich schon seit ein paar Wochen, aber bisher hatte ich immer vergessen einen Blogeintrag darüber zu schreiben und ich wollte euch die Bilder nicht vorenthalten.

Die letzten zwei Wochen waren sehr stressig (aber auch schön!) für uns, da die Kinder Ferien hatten, sprich den ganzen Tag im Kinderheim waren. Heute ist der erste Schultag und wir haben wieder etwas Zeit für uns und nun versuche ich alles etwas nachzuholen und euch auf den neusten Stand zu bringen.

Unser Zimmer haben wir komplett weiß gestrichen, was viele Mädchen nicht verstehen konnten: wie weiß? Das ist ja doof. Keine Farbe? Und die Möbel & Türrahmen in weinrot. An der großen weißen Wand träumten wir von einer Weltkarte, geschaffen von bunten Kinderhänden. Da stellte sich uns aber die Frage, wie wir einen schönen Umriss der Form ohne Beamer oder Tageslichtprojektor an die Wand bekommen. Die Idee kam nachts, als wir bei einem Stromausfall mal wieder mit unseren Handytaschenlampen herumfuchtelten. Also gingen wir los, druckten eine Weltkarte aus, übertrugen diese auf Folie und als es wieder dunkel wurde, klemmten wir unsere Handys hinter die Folie und tadaaa hatten wir den Umriss riesengroß auf der Wand!

In den folgenden Tagen versuchten wir die Kinder zu motivieren, bunte Hände an die Wand zu klatschen, was aber enttäuschenderweise nicht so gut geklappt hat. Schlussendlich halfen uns doch vier der Mädchen und wir hatten eine Menge Spaß dabei!